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Selbstliebe vs. Selbstakzeptanz

Selbstliebe vs. Selbstakzeptanz

Der Unterschied zwischen Selbstliebe und Selbstakzeptanz (und warum wir beides brauchen)

„[Mit bedingungsloser Selbstakzeptanz] … akzeptierst und respektierst du dich immer – ja, immer – selbst, deine Persönlichkeit, dein Wesen, unabhängig davon, ob du gute Leistungen erbringst oder nicht und ob andere Menschen dich und dein Verhalten gutheißen oder nicht.“

~ Albert Ellis

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Sind Selbstliebe und Selbstakzeptanz wirklich egoistisch?

Heute möchte ich über den Unterschied zwischen Selbstliebe und Selbstakzeptanz sprechen. Wie helfen uns diese beiden menschlichen Elemente? Wie können wir mehr davon kultivieren? Wie wirkt jedes dieser Elemente in unserem Leben?

All diese „Selbst“-Phrasen sind in unserer heutigen Kultur so weit verbreitet, dass man meinen könnte, wir würden schnell zu einer Nation von Narzissten. Ist es selbstsüchtig, so sehr auf mich fokussiert zu sein? Das kann doch kein guter mentaler Ort sein, an dem man sich über längere Zeit aufhält. Wäre es nicht tugendhafter und „besser“, sich mehr um die anderen zu kümmern als um sich selbst? Mit anderen Worten: Bin ich ein schlechter Mensch, wenn ich zu viel Zeit damit verbringe, an mich selbst zu denken?

Zum Glück sind Selbstliebe und Selbstakzeptanz integrale Bestandteile unserer gesunden menschlichen Psyche. Es sind „gute“ Eigenschaften, die man an sich selbst trainieren kann. Und sie sorgen dafür, dass wir unsere Stärken und Schwächen realistisch einschätzen und uns auf das zubewegen, was wir im Leben erreichen wollen.

Wenn du dich selbst liebst und akzeptierst, bist du weit davon entfernt, egoistisch zu sein. Denn nur so kannst du andere besser lieben und akzeptieren. Deine Beziehungen sind stabiler und befriedigender, weil du eine starke Verbindung zu deiner Wertschätzung und deinem Wert hast.

Wenn man sich selbst mag – seine eigene Gesellschaft, seine Interessen, sein unvollkommenes Menschsein – hat man mehr Freude am Leben und das Gefühl, mehr Wahlmöglichkeiten und Freiheiten zu haben.

Wie du es schaffst, dich selbst zu lieben und zu akzeptieren

Deine erste Aufgabe besteht darin, den Unterschied zwischen Selbstakzeptanz und Selbstliebe zu erkennen:

Selbstakzeptanz bedeutet, dass man in der Lage ist, die eigene Person objektiv und ohne Bewertung zu betrachten.

Du kannst alle deine Fehler und Stärken, deine Ängste, deine Lebensumstände, deinen Körper, deine Werte sehen und sie bedingungslos als das akzeptieren, was sie sind. Das sind die Tatsachen über dich selbst. Sie sind ein entscheidender Teil deiner unvollkommenen menschlichen Existenz. Und du WEISST das – ob du sie nun magst oder nicht.

Nichts an dir muss sich ändern, um Liebe, Fürsorge, Wohlstand, Gesundheit und Wohlbefinden zu verdienen und zu erhalten. Du bist einfach nur ein Mensch.

Selbstakzeptanz umfasst auch Handlungen. So z. B. peinliche Momente zu akzeptieren, sie als menschlich zu betrachten und weiterzumachen.

Selbstliebe hingegen bedeutet, sich selbst zu genießen, zu pflegen und liebevoll zu unterstützen.

Selbstfürsorge fällt auch unter den Begriff der Selbstliebe! Denn wenn wir jemanden lieben, ist das mehr als nur ein Gefühl. Es ist auch ein „Tun“.

Menschen, die ein Gefühl der Selbstliebe haben, wünschen sich oft eine bessere Gesundheit und ein besseres Wohlbefinden. Und sie bemühen sich aktiv darum, was auch immer sie darunter verstehen. Sie investieren Zeit und Ressourcen, um sich mit vollwertiger Nahrung, erfüllenden Beziehungen und Aktivitäten, die ihnen Spaß machen, zu unterstützen.

Menschen mit ausgeprägter Selbstliebe empfinden wenig bis gar keine Schuldgefühle, wenn sie sich selbst etwas Gutes tun. Denn sie stehen auf ihrer Prioritätenliste genauso weit oben wie die Menschen, die ihnen wichtig sind. Und sie wissen, dass sie die gleiche Behandlung verdienen, die sie anderen zukommen lassen.

Es besteht ein gesundes Gleichgewicht zwischen Entspannung, dem Tun für sich selbst und dem Tun für andere. Und das mit einem gesunden Sinn für Selbstliebe.

Aufbau einer Routine der Selbstliebe und Selbstakzeptanz

Selbstliebe und Selbstakzeptanz sind ständige Übungen, keine Ziele.

Wenn du ein Neuling im Bereich der bewussten Selbstakzeptanz und Selbstliebe bist, nachdem du dich jahrelang oder sogar jahrzehntelang selbst an die letzte Stelle gesetzt oder abgewertet hast, wird es einige Zeit dauern, bis du neue Wege des Seins lernst. Und das ist in Ordnung (eine weitere Sache, die man akzeptieren sollte, oder?). Denn: Veränderung braucht Zeit!

Es ist immer eine gute Idee, neue Gedanken und Verhaltensweisen langsam zu erlernen. Vielleicht sogar mit meiner Hilfe.

Pass gut auf dich auf!