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Einsamkeit überwinden

 

Einsamkeit überwinden

Was genau ist Einsamkeit und was kann man dagegen tun?

Einsamkeit ist ein Signal, das uns erkennen lässt, dass wir ein menschliches Grundbedürfnis nicht befriedigen – das Bedürfnis nach sozialem Anschluss bzw. emotionaler Bindung. Ähnlich wie Hunger uns zum Essen motiviert, treibt uns Einsamkeit dazu, unsere sozialen Beziehungen zu stärken. Auf diese Weise ist Einsamkeit gut für uns.

Allerdings interpretiert das Gehirn die wahrgenommene Isolation als Bedrohung für das Überleben. Fühlst du dich einsam, dann schaltet dein Gehirn automatisch in eine Art Selbsterhaltungsmodus. Dein Verstand wird „hyperwachsam“, wenn es darum geht, Freunde von Feinden zu unterscheiden. Das kann dazu führen, dass du Bedrohungen wahrnimmst, wo gar keine sind. So kann das einsame Gehirn ein harmloses Verhalten (z. B. wenn ein Freund vergisst, dich zurückzurufen) als einen persönlichen Angriff interpretieren, dich misstrauisch machen und dir den Weg aus der Einsamkeit erschweren.

Ein wichtiger erster Schritt zur Bewältigung der Einsamkeit besteht daher darin, dieses biologische Warnsignal zu verstehen und dir bewusst zu machen, wie die Einsamkeit deine Gedanken über andere Menschen verzerrt haben könnte.

Einsamkeit überwinden

Aktiv werden gegen Einsamkeit

Einsamkeit betrifft viele Menschen, und es ist nicht immer einfach, sie abzuschütteln. Trotzdem gibt es Dinge, die du ganz aktiv tun kannst, um deine Einsamkeit zu überwinden und wieder mehr mit anderen Leuten in Kontakt zu treten.

Verleugne deine Gefühle nicht

Du schämst dich nicht, zuzugeben, dass du hungrig oder durstig bist, richtig? Warum sollte es bei dem Gefühl der Einsamkeit anders sein? Denke daran, dass Einsamkeit einfach eine biologische Reaktion auf empfundene Isolation ist. Sie ist kein Zeichen dafür, dass etwas mit dir nicht stimmt.

Perspektivwechsel

Das Signal der Einsamkeit lässt sich nicht einfach abschalten, aber du kannst deinem Gehirn helfen, sich selbst wieder zu fangen. Versuche es zum Beispiel mit Aktivitäten, die die Entspannungsreaktion des Körpers hervorrufen. Dazu eignen sich z. B. geführte Meditationen, Yoga oder ein Waldspaziergang. Eine Studie hat belegt, dass Menschen, die anfingen, 20 Minuten am Tag zu meditieren, sich bereits nach 14 Tagen deutlich weniger einsam fühlten.

Sozial werden

Menschen, die sich über einen längeren Zeitraum einsam gefühlt haben, neigen dazu, sich aus sozialen Interaktionen zurückzuziehen. Dadurch verpassen sie wertvolle Gelegenheiten für soziale Kontakte und verschlimmern oft unabsichtlich ihre Einsamkeit. Diese Tendenz zum Rückzug ist eine weitere natürliche Folge der Bereitschaft des Gehirns, sich gegen potenzielle Bedrohungen zu verteidigen. Mach dir diesen Umstand bewusst und entscheide dich bei der nächsten Gelegenheit bewusst für das soziale Miteinander – auch wenn es dir im ersten Moment schwer fällt.

Erwarte nur das Beste

Nach einer Phase der Einsamkeit haben Menschen oft negative Erwartungen an soziale Begegnungen (von „dieses Gespräch wird unangenehm sein“ bis „ich glaube, die mögen mich nicht“).
Wenn du dich in eine soziale Situation begibst, überprüfe für dich selbst: Bist du ängstlich? Bist du besorgt, dass andere dich ablehnen könnten? Wenn ja, solltest du bedenken, dass dein Gehirn möglicherweise überreagiert. Schließlich sind die meisten Menschen – selbst Fremde – freundlich und offen. Erlaube dir also selbst, mit positiven Erwartungen an diese Situationen heranzugehen.

Nutze die Einsamkeit

Wenn du Zeit mit dir selbst verbringst, hast du die Möglichkeit, deine negativen Gedanken neu zu ordnen. Das wiederum trägt dazu bei, dass zukünftige Interaktionen reibungsloser verlaufen. Achte jedoch darauf, die Gedanken wirklich bewusst zu sortieren und dich damit auseinanderzusetzen. Negative Grübeleien und Gedankenspiralen bringen dir nichts.

Mit Fremden sprechen

Wenn es dir wie den meisten Menschen geht, denkst du, dass Gespräche mit Fremden peinlich oder unangenehm sind. Dabei verlaufen sie oft viel besser als erwartet. Tatsächlich fühlen sich die meisten Menschen nach einem Gespräch mit jemandem, den sie gerade erst kennengelernt haben, glücklicher und stärker verbunden.

Blickkontakt und Lächeln

Wenn dir der Gedanke Angst macht, mit Fremden zu sprechen, nimm zunächst Blickkontakt mit ihnen auf. Blickkontakt und ein Lächeln können dazu beitragen, dass du dich ein bisschen verbundener fühlst und dich weniger davor scheust, jemanden anzusprechen.

Schaffe dir ein Haustier an

Die Wissenschaft hat bestätigt, was viele Tierhalter längst wissen: Geliebte Haustiere sind gut für unser Wohlbefinden. Ein Haustier kann helfen, die negative Stimmung abzuwehren, die durch Einsamkeit entsteht. Sie können außerdem ein Katalysator für soziale Interaktion sein. Bei der täglichen Gassirunde mit einem Hund kommt man schnell mit anderen Hundehaltern ins Gespräch. Auch ein Verein, der sich mit der von dir gewählten Tierart beschäftigt, kann dir soziales Miteinander erleichtern, gleich, ob der Verein aus Hundesportlern, Kaninchenzüchtern oder Katzenliebhabern besteht.

Werde ehrenamtlicher Mitarbeiter

Freiwilligenarbeit ist eine gute Möglichkeit, den Blick von sich selbst auf andere zu lenken. Außerdem entstehen dabei oft ganz selbstverständlich neue Kontakte. In einer kürzlich durchgeführten Umfrage unter mehr als 10 000 Freiwilligen gaben 68 Prozent der Befragten an, dass sie sich durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit weniger isoliert fühlen.

Willst du deine Einsamkeit überwinden?

Einsamkeit ist für die meisten von uns ein unangenehmes Gefühl und oft verbunden mit Traurigkeit und Ängsten. Es gibt aber Möglichkeiten, sich daraus zu lösen und wieder stärker mit anderen Menschen in Kontakt zu treten! Wenn du gern neue Menschen kennenlernen würdest, dir das aber allein nicht zutraust oder Unterstützung benötigst, schreib mir gern eine Nachricht! Ich helfe dir, deine Scheu zu überwinden und die Einsamkeit hinter dir zu lassen!