Porträt einer Frau mit nachdenklichem Blick, das Selbstreflexion, innere Stärke und emotionale Tiefe symbolisiert

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Der Einfluss negativer Glaubenssätze auf Beziehungen

Wie unbewusste Überzeugungen Nähe, Vertrauen und Bindung prägen

„Männer können nicht treu sein.“ „Du kannst niemandem vertrauen.“ „Wenn du gewinnst, verliere ich.“ „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“ „Ich bin immer nur die zweite Wahl.“ „Wenn man etwas erreichen will, muss man immer versuchen, besser zu sein als alle anderen.“ „Ich bin langweilig.“

So oder so ähnlich können negative Glaubenssätze aussehen. Es ist leicht nachvollziehbar, dass sie großen Einfluss auf unsere Entscheidungen haben und unser Leben verändern können – aber oft genug nicht zum Besseren. Durch sie entsteht eine innere Haltung, die dich oft davon abhält, deine Träume zu verwirklichen, gesunde Beziehungen aufzubauen und dein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Du fragst dich, warum du in Beziehungen oft enttäuscht wirst und an die falschen Männer gerätst? Oft sind es die negativen Glaubenssätze, die sich auf deine Beziehungen auswirken. Um den richtigen Partner zu finden und glücklich in einer Beziehung zu leben, ist es für dich wichtig, dass du negative Glaubenssätze erkennst und sie durchbrichst. Häufig sind es auch Kindheitstraumata, die eine Beziehung negativ beeinflussen. Um nach vorn schauen zu können, kommt es darauf an, die Vergangenheit hinter dir zu lassen. Selbstachtung hilft dir dabei.

Porträt einer Frau mit nachdenklichem Blick, das Selbstreflexion, innere Stärke und emotionale Tiefe symbolisiert

Was sind negative Glaubenssätze?

Negative Glaubenssätze sind Einstellungen oder Überzeugungen, die du für wahr hältst und die dich davon abhalten, bestimmte Dinge zu tun. Sie müssen sich nicht immer auf dich selbst beziehen, sondern können auch darauf fokussiert sein, wie die Welt funktioniert oder wie andere Menschen sich verhalten.

In erster Linie negative Überzeugungen zu haben, setzt deinem Leben und deiner Selbstverwirklichung Grenzen und hält dich innerhalb deiner Komfortzone. Je mehr negative Glaubenssätze du hast, desto kleiner und enger ist diese Komfortzone jedoch – und damit meist alles andere als komfortabel.

Für dich kommt es darauf an, diese Komfortzone zu verlassen, wenn du positive Veränderungen in deinem Leben herbeiführen möchtest. Das ist auch wichtig, wenn du nicht die Gefahr laufen möchtest, an die falschen Männer zu geraten. Eine große Bedeutung hat dabei ein gutes Selbstwertgefühl, das es zu stärken gilt. 

Die freundlichen Feinde…

Manchmal sind negative Glaubenssätze auch ein Abwehrmechanismus, mit dem unser Unterbewusstsein uns vor Schmerz und Enttäuschung schützen will. Negative Erfahrungen unserer Vergangenheit sind oft tief in unserer Erinnerung verankert. Ein negativer Glaubenssatz kann verhindern, dass ähnliche Erfahrungen uns erneut verletzen. Auf der anderen Seite können diese unbewussten Grenzen in uns jedoch Stress oder Angst auslösen, zu Entscheidungsschwierigkeiten oder gar zur Sabotage von Beziehungen führen.

Woher kommen negative Glaubenssätze?

Negative Glaubenssätze können auf verschiedene Arten entstehen und sich aus verschiedenen Quellen speisen.

Erfahrungen aus der Kindheit

Die meisten negativen, einschränkenden Überzeugungen stammen aus unserer Kindheit. In dieser sensiblen Phase entstehen solche Glaubenssätze besonders leicht und sind besonders fest verwurzelt. Die spezifischen Ursprünge dieser Überzeugungen können daher von Person zu Person variieren. Einige Quellen sind jedoch typisch: die Umstände, unter denen du aufgewachsen bist, die Überzeugungen und Glaubenssätze deiner Familie und deine Interpretation dieser Glaubenssätze. Die Bereiche, in denen negative Überzeugungen entstehen können, sind ausgesprochen vielfältig: Fühlst du dich geliebt und geschätzt? Glaubst du an deine eigenen Fähigkeiten? Was beeinflusst deine Entscheidungen in beruflicher Hinsicht? Wie sicher fühlst du dich mit anderen Menschen, wie verhältst du dich in sozialen Situationen? Fatalerweise werden diese negativen Glaubenssätze durch die frühe und intensive Prägung Teil unserer Identität. Wir glauben, sie schützen uns vor Ablehnung und Demütigung. In Wahrheit jedoch findet vieles davon nur in unserem Kopf statt und wir schränken uns selbst unnötig ein.

Bildungsweg und soziales Umfeld

Auch unser Bildungsweg und unser soziales Umfeld verursachen negative Glaubenssätze. Ob es sich dabei um Lehrer, Vorgesetzte, Kollegen, Freunde oder die eigene Familie handelt: Wir nehmen ständig neue Informationen, Ideen und Meinungen auf, nicht nur über uns selbst, sondern auch über die Welt, in der wir leben. Das hat Auswirkungen darauf, wie wir uns selbst sehen, was wir für möglich halten, was wir uns zutrauen – und was nicht. Ebenso beeinflusst es unseren Umgang mit anderen Menschen. Das trifft auch auf Beziehungen und unser Verhalten einem potenziellen Partner gegenüber zu. Unser Liebesleben kann durch solche negativen Glaubenssätze aus unserem sozialen Umfeld geprägt sein. 

Unsere eigenen Erfahrungen

Eine dritte Quelle für negative Überzeugungen sind unsere eigenen Erfahrungen. Besonders prägend sind dabei solche, die negativ enden, und die Schlussfolgerungen, die wir daraus ziehen. Wer sich in der Schule anstrengt und trotzdem eine schlechte Note bekommt, wird vielleicht darauf schließen, dass Anstrengung sich nicht lohnt. Wer in einer Beziehung betrogen wird, verliert vielleicht das Vertrauen in andere Menschen. Diese Erfahrungen schaffen also Abwehrmechanismen in Form von negativen Glaubenssätzen, um ähnliche Erlebnisse in der Zukunft zu vermeiden.

Weiter Beispiele negativer Glaubenssätze

Negative Überzeugungen sind in allen Bereichen unseres Lebens präsent. Die folgenden sind besonders häufig:

  • Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden.
  • Ich bin nicht hübsch genug.
  • Ich muss Fehler um jeden Preis vermeiden.
  • Ich bin nicht gut genug.
  • Ich muss mehr tun, um geliebt zu werden.
  • Jede Beziehung geht irgendwann kaputt.

Du erkennst an diesen Glaubenssätzen, dass häufig unsere Beziehungen dadurch negativ beeinflusst werden. Für dich ist es wichtig, mit diesen Glaubenssätzen aufzuräumen.

Wir alle entwickeln Gewohnheiten und Muster, die wir automatisch abspulen, ohne sie zu hinterfragen. Aber wenn du versuchst, negative Glaubenssätze aufzulösen, musst du einen Schritt zurücktreten und über dein Leben nachdenken. Wie sprichst du mit dir selbst? Wie reagierst du, wenn du Fehler machst?

Zwei Menschen fahren bei Sonnenuntergang Fahrrad und reichen sich die Hand, ein Symbol für Vertrauen, Verbindung und gemeinsames Vorankommen in einer Beziehung

Wie sich Kindheitstraumata auf eine romantische Beziehung auswirken

Lass uns über dein Leben nachdenken und dazu einen Schritt zurück bis in deine Kindheit machen, da die meisten negativen Glaubenssätze aus dieser Phase herrühren. 

Wer Pech in der Liebe hat, neigt dazu, die Schuld bei sich zu suchen. Du denkst, du seist nicht gut genug, oder glaubst vielleicht auch, das sei einfach dein Schicksal. Es scheint, als ob alle anderen Menschen in glücklichen, dauerhaften Beziehungen sind, aber du schaffst es einfach nicht, dorthin zu gelangen.

Bei all den funktionierenden Beziehungen in deinem Umfeld fragst du dich, was mit dir los ist, und kommst du zu dem Schluss, dass mit dir etwas nicht stimmt. Dass du nicht attraktiv genug, interessant genug, schlank genug bist – oder, dass eben alle Guten bereits vergeben sind. Aber dir ist nicht klar, dass sich in deine romantischen Beziehungen eine ungesunde Dynamik aus deiner Kindheit eingeschlichen hat.

Wenn du in einer Beziehung bist, fühlt es sich an, als wärst du immer wieder mit demselben Mann zusammen - nur in unterschiedlichen Körpern. Deine Gefühle sind immer dieselben: Du läufst hinter jemandem her, der auf irgendeine Weise nicht verfügbar ist. Die einen sind in Beziehungen oder geben anderen Menschen den Vorrang, die anderen haben Angst vor Verpflichtungen oder sind emotional nicht verfügbar. Vielleicht wurdest du auch betrogen. Am Ende fühlst du dich jedes Mal nicht gut genug, um geliebt zu werden.

Vielleicht vermeidest du Beziehungen auch ganz und gar und dich interessieren die Männer nicht, die dich wollen. Das Resultat ist letztendlich immer dasselbe: Du bist (wieder) Single und fühlst dich unglaublich einsam und hoffnungslos. Du suchst weiter ziellos an den falschen Orten nach Liebe, ohne zu wissen, wie sich deine Kindheit auf deine Beziehungsentscheidungen auswirkt.

Die obigen Beziehungsmuster, die sich ständig wiederholen, sind in Wirklichkeit eine Traumareaktion, eine Auswirkung von früheren Kindheitstraumata auf deine jetzigen Beziehungen.

Beziehungsmuster als Traumareaktionen

Heraus aus der Opferrolle!

Gerade in der Phase des Verliebtseins neigen wir dazu, Warnsignale zu übersehen. Doch wenn du schon früh das Gefühl hast, dass er deine Grenzen nicht respektiert, sich nur sporadisch meldet oder sich eure Lebensziele widersprechen – höre auf dein Bauchgefühl. Verliebtheit macht manchmal blind. Aber dein Bauchgefühl täuscht dich selten. Achte besonders auf:

  • Er meldet sich nur, wenn es ihm passt
  • Du fühlst dich klein, unsicher oder abgewertet
  • Eure Lebensziele passen nicht zusammen
  • Er hört dir nicht zu oder nimmt dich nicht ernst
  • Du hast ständig Angst, etwas falsch zu machen

Wahre Liebe entsteht auf Augenhöhe – niemals auf Kosten deiner Selbstachtung.

Wie du deine Vergangenheit hinter dir lassen kannst

Möchtest du einen Partner finden, der wirklich zu dir passt, und mit ihm in einer glücklichen Beziehung leben, ist es wichtig, dass du mit den negativen Glaubenssätzen aufräumst. Ein bedeutender Schritt in eine glückliche Zukunft besteht darin, dass du deine Vergangenheit hinter dir lässt. 

Wenn du mit toxischen Menschen, herausfordernden Situationen und ungesunden Beziehungen zu tun hattest, kann es schwierig sein, weiterzumachen. Diese Erfahrungen können dich zurückhalten und daran hindern, im Augenblick zu leben. Unsere Wunden und Ängste prägen unsere Gedanken, Handlungen und Verhaltensweisen und halten uns davon ab, positive Erfahrungen zu machen.

quote

“Verbringe deine Zeit und Energie NICHT damit, die Vergangenheit wieder und wieder zu durchleben. Um wachsen zu können, musst du dich davon lösen und auf die Gegenwart konzentrieren.

Viel zu oft verwenden wir schmerzhafte Erfahrungen aus unserer Vergangenheit als Entschuldigung für unser Verhalten in der Gegenwart. Hat dein Exfreund dich zum Beispiel betrogen, ist es leider nur allzu leicht, sein Fremdgehen auf deinen aktuellen Partner zu projizieren. Um dich vor neuerlichem Schmerz zu schützen, versuchst du nun, schon früh Anzeichen zu erkennen, die du in der letzten Beziehung übersehen hast. Das kann sich darin äußern, dass du heimlich im Smartphone deines Partners stöberst, ihn nur ungern mit seinen Freunden ausgehen lässt oder allgemein zum Klammern und Kontrollieren neigst –Verhaltensweisen, die dir in der Vergangenheit möglicherweise völlig fremd waren. 

In solchen Fällen ist es wichtig, den neuen Partner nicht durch die Brille einer vergangenen Beziehung zu sehen. Das kann sich nämlich schnell nachteilig auf eure Partnerschaft auswirken und ist unfair gegenüber dem neuen Mann in deinem Leben. Er ist ein anderer Mensch, es ist eine andere Beziehung, und was in dieser passiert, wird auch anders sein.

Was Loslassen der Vergangenheit bedeutet

Nun bedeutet das Loslassen der Vergangenheit nicht nur das Loslassen einer negativen Erfahrung. Es kann auch bedeuten, Erwartungen, Vorstellungen und sogar positive Erinnerungen aus der Vergangenheit loszulassen. Das hört sich ziemlich verwirrend an, aber auch positive Erfahrungen können uns zurückhalten. Gelegentlich an deinen Expartner zu denken, ist vollkommen normal. Passiert dir das jedoch häufig oder sind die Gedanken mit intensiven Gefühlen wie Schmerz oder gar Sehnsucht verbunden, ist das ein Problem für deine Gegenwart.

Hör auf, deinen Ex zu verklären, und lerne das Positive zu sehen, das derzeit in deinem Leben geschieht. In der Vergangenheit zu leben, kann dich daran hindern, die Gegenwart voll zu genießen.

Wenn wir zu sehr an der Vergangenheit festhalten, besteht die Gefahr, in einen permanenten Stresszustand zu verfallen – ein Zustand, der sich dann noch verstärkt, wenn die Dinge plötzlich nicht so laufen, wie wir wollen. Weil wir uns ständig Sorgen machen, fangen wir auch an, zu viel über die Vergangenheit nachzudenken und frühere Erfahrungen auf die Gegenwart zu übertragen. Ein kleiner Trigger kann uns dann zurückwerfen in unsere Erinnerungen, und plötzlich kreisen unsere Gedanken nur noch um das, was nun möglicherweise als Nächstes passieren könnte. Ein Teufelskreis, der unsere emotionale Energie verbraucht!

Wie du vermeidest, dich von vergangenen Erfahrungen auffressen zu lassen

Wie aber kannst du verhindern, dass deine Vergangenheit ständig deine Gegenwart beeinflusst? Die folgenden 5 Tipps helfen dir, dich nicht von längst vergangenen Erfahrungen und emotionalen Erinnerungen auffressen zu lassen.

1. Werde dir deiner Gefühle bewusst

Werde über das bewusst, was du fühlst, und ergründe dann, warum das so ist. Um deine emotionalen Wunden zu heilen, kommt es zuerst darauf an, herauszufinden, woher deine Gefühle kommen. Eine gute Möglichkeit, in diesem Punkt Klarheit zu erlangen, ist das Führen eines Tagebuchs. Notiere dir, was passiert ist, wer dabei war und was du gefühlt hast. Ziel des Niederschreibens ist es, Muster zu erkennen: Denkst du zum Beispiel immer an deinen Ex, wenn du an einem bestimmten Restaurant vorbeigehst? Kannst du manche Filme nicht mehr sehen, ohne in schmerzhafte Erinnerungen geworfen zu werden? Machst du deinem Partner (unbegründete) Vorwürfe, wenn er sich mit seinen Freunden trifft – weil du insgeheim fürchtest, er könnte zu einer anderen Frau gehen?

Wenn du schwarz auf weiß vor dir siehst, dass bestimmte Situationen bei dir die immer gleichen Gefühle und Reaktionen hervorrufen, kannst du dir deiner Gefühle und ihrer Auslöser besser bewusst werden und anders damit umgehen.

2. Das Negative akzeptieren

So sehr wir es uns auch wünschen: Es gibt keine Möglichkeit, die negativen Gedanken abzuschalten. Je mehr wir versuchen, sie zu unterdrücken und von uns fernzuhalten, desto nachdrücklicher prasseln sie auf uns ein. Deine Gefühle sind real und es ist in Ordnung, dass du so empfindest, wie du es eben tust. Scheue dich nicht, auch negative Emotionen zuzulassen. Gib ihnen den Raum, den sie brauchen, ohne dich von ihnen kontrollieren zu lassen. Oft ist es hilfreich, ein Ventil zu finden, um diese Gefühle zu verarbeiten. Das kann zum Beispiel Sport sein oder auch das Hören bestimmter Musik.

3. Praktiziere Achtsamkeit

Achtsamkeit und Wohlbefinden stehen in engem Zusammenhang. Fokussiere dich auf den aktuellen Moment: Was tust du? Wo bist du? Was geschieht im Hier und Jetzt?

Spüre in dich hinein und mache dir bewusst, was du empfindest und wie dein Körper sich anfühlt. Konzentriere dich auf deine Atmung und die Geräusche um dich herum. Wenn ein negativer oder schmerzhafter Gedanke in deinem Kopf auftaucht, nimm ihn zur Kenntnis, aber lasse ihn dann an dir vorüberziehen, als nehme ein Fluss ihn in seiner Strömung mit. Auf diese Weise kannst du deinen Geist darauf trainieren, unangenehme und quälende Gedanken loszulassen. So können sie zwar auftauchen, aber du bleibst nicht in ihnen stecken und sie ziehen dich auch nicht immer weiter herunter.

4. Unterstützung suchen

Du musst nicht alles allein aufarbeiten. Suche dir Hilfe: bei Freunden, in der Familie oder auch bei einem Lebenscoach. Wichtig ist, dass diese Person dir hilft zu verstehen, warum du in der Vergangenheit feststeckst – und wie du diesen Zustand in deinem Sinne verändern kannst.

Es hilft auch, sich mit positiven Menschen zu umgeben. Wir brauchen positive Menschen in unserem Leben, die uns unterstützen können, wenn wir sie brauchen, und die selbst daran arbeiten, ihr Leben zu verbessern. Wir sind alle auf einer Reise, und niemand von uns muss diesen Weg ganz allein gehen.

5. Abstand schaffen

Manchmal bedeutet das Loslassen der Vergangenheit, dass wir Abstand schaffen müssen. Wenn wir mit einer toxischen Person zu tun haben, hilft es, uns emotional von ihr zu distanzieren. Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass wir jeden Kontakt zu dieser Person abbrechen, aber es kann bedeuten, Grenzen zu setzen oder nicht mehr emotional auf diese Person zu reagieren.

Selbstachtung statt Harmoniesucht

Neben den negativen Glaubenssätzen ist es oft ein starkes Harmoniebedürfnis, das sich negativ auf unser Verhalten in Beziehungen auswirkt. Um dir Grenzen zu setzen, kommt es darauf an, die Harmoniesucht zu überwinden und stattdessen Selbstachtung zu betreiben. 

Wie wichtig ist dir Harmonie? Ist es einfach ein schönes Gefühl, welches du genießt? Oder glaubst du, dein Wert richtet sich danach, wie nachsichtig, verständnisvoll und hilfsbereit du bist?

Glaubst du, dass dein Partner, dein Freundeskreis oder deine Kollegen dich mehr schätzen, wenn du deine eigenen Bedürfnisse ignorierst und du dich völlig nach ihnen richtest?

Zwei Menschen stehen sich nah gegenüber, ein Moment von Nähe, Vertrauen und emotionaler Verbundenheit in einer Beziehung

Warum kann Harmoniesucht zu Problemen führen?

Harmoniesucht kommt meist in Beziehungen vor, derer man sich nicht wirklich sicher ist, z.B. in der Partnerschaft. Fällt es dir schwer, dem anderen Grenzen aufzuzeigen? Leidest du im Stillen? Verleugnest du dich selbst? Ist dir absolute Harmonie wichtiger als alles andere?

Auch bei beruflichen Kontakten oder im Freundeskreis kann die starke Sehnsucht nach Harmonie auftreten. Schlichtweg deshalb, weil dort auch das Gefühl besteht, bestimmte Erwartungen erfüllen zu müssen.

Doch die große Harmoniebedürftigkeit birgt noch weitere Probleme:

  • du erkennst deinen eigenen Wert nicht mehr
  • du verlierst den Kontakt zu dir selbst
  • du verlernst, deine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen
  • du verlierst an Selbstbewusstsein
  • du wirst häufig ausgenutzt

Stellst du die Wünsche und Bedürfnisse anderer über deine eigenen?

Hast du Angst, als schwierig oder kompliziert zu gelten? Warum verstellst du dich? Warum sind die Bedürfnisse anderer wichtiger als deine? Ganz einfach: weil du irgendwann „gelernt“ hast, dass unkompliziert gleich liebenswert ist. Ob du diese Fehleinschätzung nun irgendwann erlernt oder einfach missinterpretiert hast, ist unerheblich. Wichtig ist nur die Erkenntnis, dass sie falsch ist.

Du versuchst, um jeden Preis Harmonie zu schaffen. Bis es irgendwann von deiner Seite aus zum großen Knall kommt. Denn niemand kann auf Dauer alles hinnehmen und für immer auf die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse verzichten.

Du wirst geliebt so wie du bist

Dein größter Fehler wäre es, deine Bedürfnisse zu unterdrücken oder zu ignorieren. Denn nur, wenn du deine Wünsche und Bedürfnisse kennst und dich um sie und somit um dich kümmerst, liebst du dich selbst. Und die Liebe zu dir selbst ist die Voraussetzung dafür, dass auch andere dich ehrlich und aufrichtig lieben können.

Erkenne deine negativen Überzeugungen

Es ist nicht leicht, unsere negativen Überzeugungen zu erkennen. Noch schwieriger ist es häufig, mit ihnen umzugehen, hat man sie einmal erkannt. Aber es ist nicht unmöglich, einen negativen gegen einen positiven Glaubenssatz auszutauschen. Um dein Denken neu auszurichten, brauchst du lediglich Strategien, die für dich funktionieren.

Vielleicht hast du oft das Gefühl, das etwas dich blockiert, aber du kannst nicht genau sagen, was es ist. Vielleicht weißt du auch, welcher negative Glaubenssatz dahintersteckt, schaffst es aber nicht, ihn loszulassen.

Schreibe deine negativen Glaubenssätze auf und überlege, durch welche positiven Glaubenssätze du sie ersetzen kannst. Schreibe auch diese positiven Glaubenssätze auf. Schaue sie dir immer wieder an.

Deine Geschichte darf sich verändern

Negative Glaubenssätze entstehen meist früh und begleiten uns oft unbemerkt durchs Leben – besonders in unseren Beziehungen. Sie beeinflussen, wie wir uns selbst sehen, wen wir anziehen und welche Muster wir immer wieder wiederholen. Ohne bewusste Auseinandersetzung halten sie uns in ungesunden Dynamiken, Harmoniesucht oder emotionaler Abhängigkeit fest. Heilung beginnt dort, wo wir Verantwortung übernehmen, unsere Vergangenheit anerkennen und lernen, sie loszulassen. Selbstachtung, Achtsamkeit und das bewusste Ersetzen alter Überzeugungen schaffen Raum für neue Erfahrungen. Wenn du beginnst, dich selbst wertzuschätzen, legst du den Grundstein für Beziehungen, die von Sicherheit, Respekt und echter Nähe geprägt sind.